Eine Stolpersteinverlegung in Regensburg

Eine Stolpersteinverlegung in Regensburg

In Zusammenarbeit mit der Historikerin Frau Sylvia Seifert und dem Verein Stolpersteine wird die Klasse 8d unserer Schule unter der Leitung von Frau Monika Pöschl eine oder gegebenenfalls mehrere Stolpersteinverlegungen in Regensburg vorbereiten und durchführen lassen. Ziel ist es, die Erinnerung an Mitbürger Regensburg wachzuhalten, die wegen des nationalsozialistischen Regimes ums Leben kamen.

Folgender Ablauf ist geplant:

1. Die Klasse 8d muss sich entscheiden, auf wessen Spuren sie sich begeben wird. Frau Seifert stellt eine Reihe von jüdischen Familien vor, die in Regensburg gelebt haben und schließlich 1942 deportiert wurden.

2. Der Kontakt zu den aktuellen Besitzern der Häuser, in denen die Familien damals gelebt haben, muss hergestellt werden. Sie müssen das Einverständnis erklären, dass vor ihrem Haus überhaupt ein Stolperstein verlegt werden darf.

3. Ist das Einverständnis eingeholt, kann geforscht werden. In Archiven, Büchern usw. wird nach Informationen, Hinterlassenschaften, persönlichen Briefen "gestöbert", um ein möglichst umfassendes Bild von den jüdischen Familien und deren Einzelpersonen entstehen lassen zu können. Das wird sicher der schwierigste Teil der Aufgabe, da Dokumente vielleicht nicht auf den ersten Blick entschlüsselt werden können. Schließlich hatte man vor 70 Jahren auch noch eine andere Schrift! Ob das zu entziffern ist? Die Schüler der 8d werden es auf jeden Fall versuchen und auch nicht bei den ersten Schwierigkeiten aufgeben!

4. Die Ergebnisse werden schließlich zusammengefasst. Sie dienen dann als Erinnerungs- und Informationsgrundlage und werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

5. Der Höhepunkt des Projekts wird die Stolpersteinverlegung durch den Künstler Gunter Demnig sein.

Die Klasse 8d hofft auf gutes Gelingen und eine intensive Zusammenarbeit mit Frau Sylvia Seifert und der Initiative "Stolpersteine für Regensburg".

Besuch im Stadtarchiv am Freitag, 25. Februar 2011

Sich dafür zu entscheiden, Stolpersteine für Regensburger Juden, die durch den Nationalsozialismus umkamen, zu verlegen, ist leicht. Doch erst im Laufe der Zeit merkt man, dass damit sehr viel mehr verbunden ist als nur diese Entscheidung. Engagierte Schülerinnen und Schüler aus der 8d mussten Briefe entwerfen und schicken, in denen sie die aktuellen Hauseigentümer um Einwilligung bitten, damit überhaupt ein Stolperstein vor den ehemaligen Wohnhäusern unserer ausgewählten jüdischen Familien verlegt werden darf. Ungeduldig warten wir noch auf Rückmeldung und hoffen auf diese Einwilligungen. Doch Briefe schreiben allein ist nicht genug. Am Freitag, 25.02.2011, waren wir im Regensburger Stadtarchiv. Dort wurden wir sehr kundig eingeführt in die grundsätzliche Aufgabe dieses Hauses. Auch die Magazine mit einer schier unendlich erscheinenden Fülle von Papier durften wir besichtigen. Sogar einen Brief, den Martin Luther zumindest eigenhändig unterschrieben hat, konnten wir im Original begutachten. Dann ging es an die Recherche über unsere jüdischen Familien. Es wurde z. B. in alten Zeitungen gesucht, ob etwas über die Deportation von Regensburger Juden berichtet wurde. Gefunden haben wir - wie wir bereits vermutet hatten - nichts.



Des Weiteren wurden in sog. Familienbögen Informationen enthoben, die Aufschluss z. B. über den Verwandtschaftsgrad und vieles mehr geben.



Aber ohne Schwierigkeiten lief es nicht ganz ab. Die alte deutsche Schrift ist teilweise doch etwas schwer zu entziffern. Aber erste Erfolge konnten erzielt werden und lassen uns darauf hoffen, dass wir noch wertvolle Informationen entschlüsseln können. Wir danken dem Stadtarchiv Regensburg für die Kooperation und versprechen, bald wieder zu kommen.