Stadtführung durch das jüdische Regensburg

Da Regensburg wegen seiner so außergewöhnlich gut erhaltenen Altstadt als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde, werden wir den historischen Spuren des Judentums in unserer Stadt folgen. Schülergruppen der Realschule am Judenstein werden zu diesem Zwecke unter Leitung von Frau Katharina Garcia und mithilfe der Beratung von Herrn Dr. Andreas Angerstorfer, Frau Dr. Silvia Codreanu-Windauer und Frau Silvia Seifert Stadtführungen zur jüdischen Geschichte unserer Stadt ausarbeiten und der interessierten Öffentlichkeit sowie unseren Schülern anbieten.

Klasse 10abd - Evangelische Religion

Das Projekt, eine Stadtführung durch Regensburg anhand der jüdischen Geschichte dieser Stadt zu erarbeiten, begann gleich zu Beginn des Schuljahres. Die evangelischen Schüler der 10. Klassen bekamen zunächst einige Informationen zur Stadtgeschichte Regensburgs im Allgemeinen. Schon in der Folgestunde wurden acht unterschiedliche Themen von sieben Dreier- und einer Zweiergruppe gewählt. Und somit begann auch die Recherchearbeit: Internetquellen suchen, Bücher durchforsten, selbst aus den Büchereien Literatur besorgen, und, und, und. .

Aber damit war die Arbeit ja nicht getan: Es mussten daraufhin die Inhalte sorgfältig ausgewählt, gegliedert, vertieft und mit Detailwissen ausgeschmückt werden.

Am Dienstag, den 26. Oktober war es dann endlich so weit:

Die Schülerinnen und Schüler wurden von Sylvia Seifert und Petra Huber durch Regensburg geführt und erlebten eine interessante Stadtführung.

Das document Neupfarrplatz war besonderes beeindruckend. Aber auch die detaillierten Erklärungen an Ort und Stelle vermittelten den Schülerinnen und Schülern die Praxis einer Stadtführung.

Ab jetzt folgt also das härteste Stück Arbeit: Anschauungsmaterial auswählen beziehungsweise noch selbst fotografieren, den Vortrag in zweierlei Gestalt ausarbeiten - nämlich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene - und bei offenen Fragen nochmals Experten zu Rate ziehen. Ende November sollte dann das Ergebnis zu hören und sehen sein. Wir werden Sie weiter informieren.



Letzten Donnerstag, am 18. Februar, wurde die erste Gruppe, eine 9. Klasse unserer Schule, von den frisch gebackenen Stadtteilführern durch die Stadt geführt. Die erste Station war der Neupfarrplatz. Hier erzählte Henrik über die Zeit der Juden im Mittelalter, vor allem im 13. Jahrhundert. Dabei besichtigten die Schüler das Karavan-Denkmal und bekamen durch Bilder Eindrücke von der mittelalterlichen Synagoge. Die zweite Station war das document und die Entwicklung des Neupfarrplatzes in Verbindung mit der jüdischen Geschichte, was von Veronika eindrucksvoll vermittelt wurde. Als nächstes stand die Synagoge auf dem Programm. Am Dom übernahm Freya und erklärte den Neuntklässlern die Judensau und die Skulptur mit dem Tanz um das goldene Kalb. Sabrina wies die Gruppe Am Roten Herzfleck auf den Grabstein hin, der im Übergang des Alten Rathauses eingemauert ist, und erläuterte die Besonderheiten der jüdischen Friedhöfe. In Stadtamhof referierte Vinzenz über das Colosseum und die Juden in der NS-Zeit. Ann-Kathrin informierte die Schüler über die Mikwe, die eine Familie im Privathaus in der Holzländestraße bei Renovierungsarbeiten im Keller fand, und das jüdische Ritualbad im Allgemeinen. Die letzte Station war am Arnulfsplatz, an dem Malte das Projekt der Stolpersteine vorstellte und die Geschichte der Familie Oberndorfer erzählte.



Die Schüler und Schülerinnen der neunten Klasse waren beeindruckt von den selbstbewussten Vorträgen und fanden die Informationen immer gut ausgewählt. Ein großes Dankeschön an die erste Stadtführergruppe, die toll zusammengearbeitet und souverän präsentiert hat.

Am kommenden Donnerstag, den 25. Februar, werden alle sechsten Klassen unserer Schule die Stadtführung durch das jüdische Regensburg erleben dürfen. Wir sind gespannt auf die neuen Eindrücke.